lieder & saitenspiel - tronjes blog

Freitag, 30. November 2012

Georg Trakl - der herbst des einsamen -



der dunkle herbst kehrt ein voll frucht und fülle
vergilbter glanz von schönen sommertagen
ein reines blau tritt aus verfallner hülle
der flug der vögel tönt von alten sagen
gekeltert ist der wein - die milde stille
erfüllt von leiser antwort dunkler fragen

und hier und dort ein kreuz auf ödem hügel
im roten wald verliert sich eine herde
die wolke wandert übern weiherspiegel
es ruht des landmanns ruhige gebärde
sehr leise rührt des abends blauer flügel
ein dach von dürrem stroh - die schwarze erde

bald nisten sterne in des müden brauen
in kühle stuben kehrt ein still bescheiden
und engel treten leise aus den blauen
augen der liebenden - die sanfter leiden
es rauscht das rohr - anfällt ein knöchern grauen
wenn schwarz der tau tropft von den kahlen weiden

Dienstag, 27. November 2012

aus des mondes silberstrahlen - Hagen Kemper 'tronje'



aus des mondes silberstrahlen
spinne ich ein lied für dich 
spiele auf der sonnenharfe
horche hin - und denk' an mich

aus den sommerweißen wolken
lege ich ein bett für dich
spiele auf der mondenlaute
schlummer ein - und denk' an mich

aus dem licht der morgenröte
knüpfe ich ein kleid für dich
spiele auf der äolsharfe
horche hin - und denk' an mich 

Montag, 26. November 2012

Nikolaus Lenau - diese rose pflück ich hier



diese rose pflück ich hier
in der fremden ferne
 liebes mädchen - dir - ach dir
bracht ich sie so gerne

doch - bis ich zu dir mag ziehn
viele weite meilen
ist die rose längst dahin
denn die rosen eilen

nie soll weiter sich ins land
lieb von liebe wagen
als sich blühend in der hand
 läßt die rose tragen

oder als die nachtigall
halme bringt zum neste
oder als ihr süßer schall
wandert mit dem weste 

ein schiff von papier - Hagen Kemper 'tronje'



ein schiff von papier
das machte ich mir
und legte darauf 
einen traum

ich nahm es zum meer
der wind blies so sehr
und wehte hinweg
meinen traum

ein schiff von papier
das machte ich mir
und malte darauf
meinen traum

ich nahm es zum meer
der wind blies so sehr
und führte hinweg
meinen traum

Sonntag, 25. November 2012

auf den stufen in ravenna - Hagen Kemper 'tronje'



auf den stufen in ravenna
suchte ich die zeit zu lesen
suchte namen - die da ruhten
unter marmor und zypressen

auf den straßen in ravenna
zählte ich die glockenschläge
suchte unter'm sonnenhimmel
das gelesene zu finden

auf den dächern in ravenna
schlief die nacht im mondenlicht
und ich atmete die stille
die da tausendjährig liegt

auf den stufen in ravenna
stimmte ich die vielen saiten
strich darüber - leise summend
und ich sang das lied des königs 

Samstag, 24. November 2012

ich atme das meer - Hagen Kemper 'tronje'



das meer - die wogen
die möwen im wind

die steine - die brandung
im sand spielt ein kind

der himmel - die wolken
ein segler sehr weit

ich atme das meer :
und mein herz ist befreit …

es riecht nach herbst im buchenwald - Hagen Kemper 'tronje'



es riecht nach herbst im buchenwald
der sommer fährt dahin
die ersten blätter liegen da 
wo ich gegangen bin
drum singe ich ein kleines lied
beim wandern durch die zeit
nach süden hin mein sinn mir steht
dort wo die sonne scheint
dort wo die sonne scheint

Freitag, 23. November 2012

Friedrich Nietzsche - die krähen schrein



die krähen schrein und ziehen schwirren flugs zur stadt :
bald wird es schnein - wohl dem - der jetzt noch - heimat hat !

nun stehst du starr - schaust rückwärts - ach ! wie lange schon !
was bist du narr vor winters in die welt entflohn ?

die welt - ein tor zu tausend wüsten stumm und kalt !
wer das verlor - was du verlorst - macht nirgends halt 

nun stehst du bleich zur winter-wanderschaft verflucht 
dem rauche gleich - der stets nach kältern himmeln sucht 

flieg - vogel - schnarr dein lied im wüstenvogel - ton ! 
versteck - du narr - dein blutend herz in eis und hohn !

die krähen schrein und ziehen schwirren flugs zur stadt :
bald wird es schnein - weh dem - der keine heimat hat !

am freitag bin ich könig - Hagen Kemper 'tronje'



am freitag bin ich könig
am samstag edelmann
am sonntag hab' ich wenig
so werd' ich bettelmann

so geht das viele jahre
mal ab und auch mal auf
legt man mich auf die bahre
hört alles einfach auf

so war ich freitags könig
doch samstags edelmann
und sonntags hatt' ich wenig
 begrabt mich  -  bettelmann 

Donnerstag, 22. November 2012

die letzte rose sah ich blüh'n - Hagen Kemper 'tronje'



die letzte rose sah ich blüh'n

im garten wo die stille ruht

sie war so weiß wie winterschnee

mit einem kleinen tropfen blut

Georg Trakl - der acker leuchtet weiß und kalt



der acker leuchtet weiß und kalt
der himmel ist einsam und ungeheuer
dohlen kreisen über dem weiher
und jäger steigen nieder vom wald

ein schweigen in schwarzen wipfeln wohnt
ein feuerschein huscht aus den hütten
bisweilen schellt sehr fern ein schlitten
und langsam steigt der graue mond

ein wild verblutet sanft am rain
und raben plätschern in blutigen gossen
das rohr bebt gelb und aufgeschossen
frost - rauch - ein schritt im leeren hain

einst zogen musikanten - Hagen Kemper 'tronje'

 

einst zogen musikanten
entlang dem vater rhein
in jedem kleinen städtchen
mit vielen jungen mädchen
da kehrten sie wohl ein

sie spielten auf zum tanze
für bier und auch für wein
und manches schöne mädchen
aus einem kleinen städtchen
fand sich beim tanze ein

das war ein lustig leben
so zwischen rhein und main
ade ihr lieben mädchen
wir wandern aus dem städtchen
es muß geschieden sein !

Mittwoch, 21. November 2012

was für ein zuckrer zefir für ne walz ! - Rotwelsch



was für ein zuckrer zefir für ne walz !
tarren wir die strahle füri
no baun wir zu nem fichtigen spraußtroll
stech der schmeiß - daß uns lau
draußenplotz aufstößt

wie kulm die schwarzhöhn sind !
die kohlkügerln sind schürig
schäftens blau veitsschriseln ?
ich tick tschi pa just heg ich mich
in'm krätzling vergängelt

*

was für ein schöner morgen für 'ne wanderung !
wir müssen die landstraße entlang
dann kommen wir zu 'nem schattigen waldweg
hoffentlich überrascht uns
kein wettersturz

wie hoch die tannen sind !
die heidelbeeren sind reif
sind es auch keine tollkirschen ?
ich glaube nicht - aber ich habe mich
jetzt in einer dornenhecke verhängt

Theodor Storm - das ist der herbst



das ist der herbst - die blätter fliegen
durch nackte zweige fährt der wind
es schwankt das schiff - die segel schwellen 
leb wohl - du reizend schifferkind !

sie schaute mit den klaren augen
vom bord des schiffes unverwandt
und grüße einer fremden sprache
schickte sie wieder und wieder ans land

am ufer standen wir und hielten
den segler mit den augen fest -
das ist der herbst ! wo alles leben
und alle schönheit uns verläßt

Dienstag, 20. November 2012

durch manche land bin ich geweht - Hagen Kemper 'tronje'



durch manche land bin ich geweht
und hatt' ein lied auf lippen
der mond - der durch die wolken geht
fand mich auf felsenklippen

zikaden spielten mich in schlaf
ich lernte ihre lieder
ein wolliges merinoschaf
sprang weg - und kam doch wieder

die sonne nannte mir die zeit
die mir verblieb im traum
und diese träume flogen weit
auf weißen meeresschaum

getanzt hab' ich zu jedem fest
vom rhein bis hin nach franken
vom burgenland bis budapest 
wo sie die besten weine tranken

es faßte mich mal ein gendarm
erwischte mich beim borgen
da hatt' ich keine lieb' im arm
vom abend bis zum morgen

geweht bin ich durch manche land
so lernte ich mich kennen
die meisten träume sind verbrannt
so muß ich keine nennen

Montag, 19. November 2012

Golias - bin ein fahrend schülerlein



bin ein fahrend schülerlein
muß mich mühn und plagen
sauer wird mirs oft und viel
nur mich durchzuschlagen

dem gelahrten studium
möchte' ich gerne leben :
leider daß der mangel mich
zwingt es aufzugeben

ach - was ist mein mäntelein
dünne zum erbarmen
bittre kälte steh' ich aus 
kann oft kaum erwarmen

nicht einmal beim Gottesdienst
halt' ich aus so lange 
bis die Vesper oder Meß
kam zum schlußgesange

werthgeschätzter herr …
dürft' ich wohl mit sitten
um ein klein viaticum
euer gnaden bitten ?

von St Martins vorbild laßt
euern sinn erwecken :
reicht dem fremdling ein gewand
seinen leib zu decken !

daß in seinem Himmel einst
Gott euch heiße wohnen
und mit ewger seligkeit
möge reichlich lohnen

la luna de chiapas - Hagen Kemper 'tronje'



am abend - da bin ich so gerne am meer
die boote - die liegen im hafen
die wellen - die spielen
vom nachtwind bewegt :
sie werden wohl heute nicht schlafen

aus der taverne dringt fremde musik
paare - die tanzen umschlungen 
lange noch hör' ich die fremde musik
bin nun von allem durchdrungen

herbstlich färben sich die wälder - Hagen Kemper 'tronje'



herbstlich färben sich die wälder
wenn die wandervögel zieh'n
und die morgensonne fällt schon
zaghaft auf den wiesengrund

abends steigen weiße nebel 
aus den nassen wiesen auf
und der see liegt still und dunkel 
sanfter wind weht d'rüber hin

nächtlich - durch entlaubte bäume
scheint des mondes licht hindurch
und im zarten nebel tanzen
schemenhaft - gestalten - dort

morgens liegt der reif auf wiesen
silbern glänzt das feine gras
und das zarte licht des tages 
malt mir so ein herbstlich bild

die sonne sinkt , zinnoberrot - Hagen Kemper 'tronje'



die sonne sinkt - zinnoberrot
 der wald liegt still und schweiget
 die blütenpracht - vergangen - tot
 das jahr sich langsam neiget

 der schwalben flug - zum süden hin
 läßt uns den winter ahnen
 der herbstwind - wild - doch immerhin
 formt weiße wolkenfahnen

die fahrten , die so endlos waren - Hagen Kemper 'tronje'



die fahrten - die so endlos waren
und voller fremder einsamkeit
die bin ich frei und oft gefahren
von einst - bis in die neue zeit

die sterne - zählte ich im liegen
auf blankem holz - in klarer nacht
im suff von wermut konnt' ich wiegen
vergaß den schmerz mit aller macht 

die lieder - die ich gern' gesungen
entflogen mir im wind der zeit
ich bin in träumen nachgesprungen
doch alles lag mir viel zu weit

die fahrten - die so endlos waren
und voller fremder einsamkeit
die bin ich frei und oft gefahren
von einst - bis in die neue zeit

Sonntag, 18. November 2012

Georg Trakl - ein brunnen singt



ein brunnen singt - die wolken stehn
im klaren blau die weißen zarten
bedächtig - stille menschen gehn
am abend durch den alten garten

der ahnen marmor ist ergraut
ein vogelzug streift in die weiten
ein faun mit toten augen schaut
nach schatten - die ins dunkel gleiten

das laub fällt rot vom alten baum
und kreist herein durchs offne fenster
ein feuerschein glüht auf im raum
und malet trübe angstgespenster

opal'ger dunst webt über das gras
ein teppich von verwelkten düften
im brunnen schimmert wie grünes glas
die mondessichel in frierenden lüften

Hermann Löns - die schneegans zieht



die schneegans zieht - der sommer geht
das lieben ist vorbei
leb wohl - mein schatz - vergiß mein nicht
ich bleib dir ewig treu
vergißmeinnicht - du blümlein blau
blümlein blau im morgentau
du schönstes auf der au

es rauscht der wind im birkenlaub
rauscht lauter traurigkeit
leb wohl - mein schatz - die stunde schlägt
schlägt nichts als herzeleid
vergißmeinnicht - du blümlein blau
blümlein blau im morgentau
du schönstes auf der au

die heide ist so taub und leer
verblüht ist ihre zier
wenn neu der maibaum sich begrünt
kehr ich zurück zu dir
vergißmeinnicht - du blümlein blau
blümlein blau im morgentau
du schönstes auf der au

an stillen ufern liegen - Hagen Kemper 'tronje'



an stillen ufern liegen
auf sanften wellen wiegen
den sternenhimmel greifen :
ich laß' die träume schweifen

dem ruf der wildnis lauschen
wo wälder mächtig rauschen
an klaren wassern trinken :
ich laß' mich traumwärts sinken 

auf weichem moos hinschreiten
den blick in ferne weiten
die morgenröte binden :
ich laß' den traum entschwinden

an stillen ufern liegen
auf sanften wellen wiegen
den sternenhimmel greifen :
ich laß' die träume schweifen

zu dem klang der aeolsharfe - Hagen Kemper 'tronje'



zu dem klang der aeolsharfe 
tanzte ich auf weißen wolken 
war ein kind von himmels gnaden 
dabei glücklich und sehr frei 

sonne wärmte meine seele 
mond und sterne folgten mir 
und ich spielte mit den wolken 
tanzend durch den weiten raum 

zu dem klang der aeolsharfe 
ruhte ich auf weißen wolken 
lauschte auf das spiel der saiten 
trank den rest vom morgentau 

warme sonne ließ mich träumen 
bis der herbstmond wieder kam 
und ich pflückte sieben sterne aus 
dem gold’nen himmelsbaum 

zu dem klang der aeolsharfe 
schwebte ich auf weißen wolken 
nahm behutsam alle träume 
legte sie auf's morgenrot 

Samstag, 17. November 2012

skordalós - die Lerche - Hagen Kemper 'tronje'

Instrumental



das letzte lied sang ich im traum - Hagen Kemper 'tronje'



das letzte lied sang ich im traum
bevor die nacht entschwand
ich schlief auf einem rosenbaum
mein lied lag dort im sand

ein silbernebel kam da auf
der mond hing hinterm hang
der bach in seinem kühlen lauf
mein kleines lied mitsang

ich lief dem bach lang hinterher
und wollt' mein lied zurück
im tal verschwand der bach im meer
drum hatte ich kein glück

das letzte lied sang ich im traum
bevor die nacht entschwand
ich schlief auf einem rosenbaum
mein lied lag dort im sand

birken im wind , und die zugvögel ziehen - Hagen Kemper 'tronje'



birken im wind - und die zugvögel ziehen
 weiter nach süden - der winter kommt bald
 herrlich die farben im herbst in der taiga
 aber schon morgen ist winter und kalt 
weiter - ach weiter die zugvögel ziehen 
ziehen nach süden in fernes land 
hör' ich das rauschen der singenden schwäne
  flieg' ich im traume nach süden mit 
herrliche - wilde und einsame taiga 
heut' weht der wind aus dem fernen altai

auf dem schwarzen dorn der schlehen - Hagen Kemper 'tronje'


auf dem schwarzen dorn der schlehen 
sitzt ein vogel - und er singt 
nur für dich die schönsten lieder 
fliegt zu dir und kommt dann wieder ;
setzt sich auf den dorn der schlehen 

auf dem schwarzen dorn der schlehen 
sitzt ein vogel und er schweigt 
und er singt nicht mehr die lieder 
liebste mein - seh ich dich wieder ?
schweigen nur im dorn der schlehen 

auf dem schwarzen dorn der schlehen  
sitzt ein vogel und er singt 
zwischen blüten singt er lieder 
meine liebste seh’ ich wieder  
morgen bei dem dorn der schlehen !

ade du schöne sommerzeit - Hagen Kemper 'tronje'



ade du schöne sommerzeit
du hast mir viel gegeben
auf meiner langen wanderschaft
hast du mir recht gelegen
die blumen auf den wiesen steh'n
so bunt von dir gemalet
die pflückte ich zu einem strauß
und nahm ihn unbezahlet

die früchte in den gärten drin
die lockten mich zum stehlen
ich nahm nur eine handvoll mit
und mußt' mich schnell empfehlen
der häher der zum walde flog
verlor die schönste feder
ich steckte sie mir an den hut
war froh - so sah sie jeder

der herbst begleitet mich mit laub
das goldenreich da lieget
ich wandel nun zum süden hin
da wo die palme wieget
ade du schöne sommerzeit
wir sehen uns ja wieder
nach einem jahr bin ich zurück
und singe deine lieder

Donnerstag, 15. November 2012

im café auf dem weg nach dem nirgendwohin - Hagen Kemper 'tronje'


im café - auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt - ohne namen
hab' ich verlorene jahre gezählt

im café - auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt - ohne namen
hab' ich vertrunken die einsamkeit

im café - auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt - ohne namen
hab' ich vergessen die küsse von dir

im café - auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt - ohne namen
hab' ich  verspielt meinen großen schmerz 

im café - auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt - ohne namen
hab' ich zur nacht eine fremde geliebt 

im café - auf dem weg nach dem nirgendwohin
am ende der stadt - ohne namen
hab' ich verlorene jahre gezählt

Mittwoch, 14. November 2012

Konstantínos Kaváfis - makriá - weit zurück



makriá

tháthela  aftín  tin  mními  na  tin  po …
ma  étsi  esvísthi  piá …
san  típote  den  apoméni – giatí  makriá
sta  próta  efiviká  mu  chrónia  kíte
dérma  san  kamoméno apó  iasemí …
( ekíni  tu  avgústu – avgústos  ítan ;
- i  vradiá ... )
mólis  thimúme  piá  ta 
mátia  ísan - tharó - maviá …
a  ne - maviá  éna  sapfírino  maví 

  *

weit zurück

ach könnte ich die erinnerung beschreiben
doch ist sie ausgelöscht …
als wenn nichts blieb - ganz weit zurück
liegt sie in meinen jünglingsjahren
die haut - als wär sie aus jasmin …
( der abend im august – august ;
- der abend ...)
kaum sehe ich die augen noch
doch waren sie blau
ja blau  - wie saphir blau

Montag, 12. November 2012

wenn die sonne untergeht - Hagen Kemper 'tronje'


wenn die sonne untergeht 
und der nebel tanzt für mich 
wünsch' ich mir das lied von dir 
daß du einmal nur für mich
nachts gesungen hast
ich kann es einfach nicht vergessen
und auch den letzten kuß von dir
will ich nicht vergessen

Sonntag, 11. November 2012

Peire d' Alvernha - rossinhol - nachtigall



rossinhol - el seu repaire m'iras ma dona vezer
e diguas li'l mieu afaire et ill digua't del sieu ver
e man sai com l'estai - mas de mi'll sovenha
que ges lai per nuill plai ab si no't retenha

qu'ades no'm tornes retraire son star e son captener
qu'ieu non ai paren ni fraire don tant ho vueilla saber
ar s' en vai l' auzels guai dreit vas hon ill renha
ab essai - ses esglai - tro qu' en trob l'ensenha

*

nachtigall - zu ihrer wohnstatt wirst du für mich fliegen
um meine dame zu sehen - und ihr meine lage schildern
und sie möge dir die wahrheit über die ihrige sagen
sie soll aber meiner gedenken - und dich nicht behalten

daß du nicht sogleich zurückfliegst -  um mir von ihr zu berichten
denn ich habe keinen verwandten oder bruder von dem ich es
erfahren könnte -  nun fliegt der fröhliche vogel fort -  zu ihr
mit schwung - ohne furcht - bis er von ihr das zeichen findet

Hermann Löns - im müntergrunde



durstigsüße liebesgrüße
murmelt träumerisch das ried
und der düstern tannen flüstern
klinget wie ein liebeslied

liebe kleine - lege deine
weiße hand auf meine stirn
daß die kranken schmerzgedanken
fortgebrannt von dannen schwirr'n

laß mich lauschen bei dem rauschen
weißer blätter deinem lied
deine lieder hauchen wieder
süßen trost in mein gemüt

deine lieder haben wieder 
alle schwermut fortgebrannt
liebeswarme - weiche arme 
haltet immer mich umspannt

deiner dunklen augen funkeln
macht mein krankes herz gesund
alle schmerzen in dem herzen
heilt dein süßer - roter mund