lieder & saitenspiel - tronjes blog

Mittwoch, 11. Januar 2012

Gustav Falke - ein weißes feld , ein stilles feld



ein weißes feld - ein stilles feld
aus veilchenblauer wolkenwand
hob hinten - fern am horizont
sich sacht des mondes roter rand

und hob sich ganz heraus und stand

bald eine runde scheibe da
in düstrer glut - und durch das feld
klang einer krähe heisres krah

gespenstisch durch die winternacht

der große dunkle vogel glitt
und unten huschte durch den schnee
sein schwarzer schatten lautlos mit

1 Kommentar:

  1. Ein wirklich finsteres Gedicht. Gusta Falke scheint ja sehr wandlungsfähig gewesen zu sein, wenn sowas auch von ihm ist:
    Der Tulpenbaum hat über Nacht
    All seine Blumen aufgemacht,
    Die weißen Sterne leuchten weit
    In ihrer keuschen Herrlichkeit.

    Es ist, als hätts die Nacht bedacht,
    Was Liebes sie dem Tag vermacht,
    Damit von ihrem Märchenglanz
    Ein Schimmer leb in seinem Kranz.

    Er aber, überreich an Licht,
    Bedarf der fremden Sterne nicht,
    Und bald entblättert, schnell und sacht,
    Das liebliche Geschenk der Nacht.

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