lieder & saitenspiel - tronjes blog

Dienstag, 30. September 2014

die farbenpracht des sommers ist verblaßt - Hagen Kemper 'tronje'


die farbenpracht des sommers ist verblaßt
versunken liegt der garten still im schatten 
ich wandel über moos und grüne matten
nehm abschied von dem sommer - ohne hast 

 ich breche einen zweig vom schwarzen dorn
verblühend stehen rosen in zinnober
ein kräuterduft entfliegt in den oktober
in gold'nen garben steht im feld das korn

Sonntag, 28. September 2014

wenn der mond am abendhimmel steht - Hagen Kemper 'tronje'


wenn der mond am abendhimmel steht
und durch den wald der nachtwind weht :

mondlicht behangen - vom tau ganz naß
schreiten die tiere durchs hohe gras

wenn der dunkle wald im schlafe liegt
und sich im traum die taube wiegt :

schweigen die schatten und halten wacht
bald kommt der morgen – vorbei die nacht 

Dienstag, 23. September 2014

Theodor Storm - över de stillen straten


över de stillen straten
geit klar de klockenslag ;
god nacht ! din hart will slapen
un morgen is ok en dag

din kind liggt in de weggen
un ik bün ok bi di ;
din sorgen un din leven
is allens um un bi

noch eenmal lat uns spräken :
goden abend - gode nacht !
de maand schien op de däken
uns Herrgott hölt de wacht

Donnerstag, 18. September 2014

Klabund - sommerabende , ihr lauen ...


sommerabende - ihr lauen
bettet mich auf eure kissen
laßt in fernen - dunkelblauen
meiner träume wimpel hissen

stunden - die am tag sich placken
feiern nächtlich froh verwegen
und ich fühl um meinen nacken
zärtlich sich zwei arme legen

ist die seele liebeswund ?
heißren atem haucht der flieder
und der rote himmelsmund
neigt sich üppig zu mir nieder

Samstag, 13. September 2014

Detlev von Liliencron - einen sommer lang



zwischen roggenfeld und hecken 
führt ein schmaler gang
süßes - seliges verstecken
einen sommer lang

wenn wir uns von ferne sehen
zögert sie den schritt
rupft ein hälmchen sich im gehen
nimmt ein blättchen mit

hat mit ähren sich das mieder
unschuldig geschmückt
sich den hut verlegen nieder
in die stirn gerückt 

finster kommt sie langsam näher
färbt sich rot wie mohn
doch ich bin ein feiner späher
kenn die schelmin schon

noch ein blick in weg und weite
ruhig liegt die welt
und es hat an ihre seite
mich der sturm gesellt

zwischen roggenfeld und hecken 
führt ein schmaler gang
süßes - seliges verstecken
einen sommer lang