lieder & saitenspiel - tronjes blog

Samstag, 28. Mai 2011

Selma Meerbaum-Eisinger - das glück


schlafen möcht ich
der wind wiegt mich ein
und die sehnsucht
singt mich zur ruh'
weinen möcht' ich
schon die blumen allein
flüstern tränen mir zu

sieh die blätter :
sie blinken im wind
und gaukeln
träume mir vor
ja und später -
lacht wo ein kind
und irgendwo hofft ein tor

sehnsucht hab' ich
wohl nach dem glück ?
nach dem glück
nach dem glück 
 fragen möcht' ich :
kommt es zurück ?
nie zurück - nie zurück

Sonntag, 22. Mai 2011

pombinha - täubchen - Brasilien



pombinha - senta  na  pedra
pombinha - deixa-te  está :
qui  meus  oios  não  são  bala
pombinha - p'ra  ti  matá …..

täubchen - setz dich auf den stein
täubchen - bleib still sitzen :
denn meine augen sind keine kugeln
täubchen - die dich töten wollen …..

Montag, 16. Mai 2011

Kurt Tucholsky - blasse kinder auf dem hof


blasse kinder auf dem hof - nebenstraße westen
machen einen kleinen schwof - neben müllschuttkästen

käse teint und bleicher schopf - dürftiges grün im blumentopf
auf zwei fensterbrettern - und die stimmchen klettern

tief geduckt im ziegelbau - hinter wuchtigen laden
sitzen krumm in kitteln blau - unsre kameraden

staatsanwalt der schikaniert - wärter der sie malträtiert
ihre stimmen leiern - in preußen und in bayern

deutscher gram und deutsches leid - ämter ohne ende
wucher den ein staat gefeit - und immer graue wände

  wir sind schuld - ein schrei - der gellt - aber draußen
liegt die welt
wir sind ganz alleine - und hören nur das eine ...

refrain :
kaserne - kaserne - sonne - mond und sterne
achtung ! richtung ! vordermann ! du bist dran !

Samstag, 7. Mai 2011

Stefan George - ich fahre heim auf reichem kahne



ich fahre heim auf reichem kahne
das ziel erwacht im abendrot
vom maste weht die weiße fahne
wir übereilen manches boot

die alten ufer und gebäude
die alten glocken neu mir sind
mit der verheißung neuer freude
bereden mich die winde lind

da taucht aus grünen wogenkämmen
ein wort - ein rosenes gesicht :
du wohntest lang bei fremden stämmen
doch unsre liebe starb dir nicht

du fuhrest aus im morgengrauen
und als ob einen tag nur fern
begrüßen dich die wellenfrauen
die ufer und der erste stern