lieder & saitenspiel - tronjes blog

Mittwoch, 30. April 2014

Christian Friedrich Hebbel - dort bläht ein schiff die segel - 2




dort bläht ein schiff die segel
frisch saust hinein der wind
der anker wird gelichtet
das steuer flugs gerichtet
nun fliegt's hinaus geschwind

ein kühner wasservogel
kreist grüßend um den mast
die sonne brennt herunter
manch fischlein - blank und munter
umgaukelt keck den gast

wär' gern hinein gesprungen
da draußen ist mein reich !
ich bin ja jung von jahren
da ist's mir nur ums fahren
wohin ? das gilt mir gleich ! 

Dienstag, 29. April 2014

Theodor Storm - bettlerliebe




o laß mich nur von ferne stehn
und hangen stumm an deinem blick
du bist so jung - du bist so schön
aus deinen augen lacht das glück 

und ich so arm - so müde schon
ich habe nichts - was dich gewinnt
o wär ich doch ein königssohn
und du ein arm verlornes kind !

Samstag, 26. April 2014

König Konradin - ich fröi mich manger bluomen rôt



ich fröi mich manger bluomen rôt
die uns der meie bringen wil
die stuonden ê in grôzer nôt :
der winter tet in leides vil
der mei wils uns ergetzen wol
mit mangem wünneclîchen tage :
des ist diu welt gar fröiden vol

waz hilfet mich diu sumerzît
und die vil liehten langen tage ?
mîn trôst an einer frouwen lît
von der ich grôzen kumber trage
will sî mir geben hôhen muot
dâ tuot si tugentlîchen an
und daz mînfröide wirdet guot

swann ich mich von der lieben scheide
sô muoz mîn fröide ein ende hân
owê – so stirbe ich lîht von leide
daz ich es ie mit ir began
ich weiz niht – frou – waz minne sint
mich lât diu liebe engelten vil
daz ich der jâre bin ein kint

*
ich freue mich der vielen roten blumen
die uns der mai bringen will
die haben bisher große not gelitten
der winter hat ihnen viel leides getan
der mai will uns dafür entschädigen
mit manchem lustreichen tag :
so ist die welt voller freude

was hilft mir die sommerzeit
und die so hellen - langen tage ?
mein trost hängt ab von einer frau
um die ich großen kummer leide
will sie mir hohen mut geben
dann tut sie - wie es sich geziemt
und macht - daß meine freude wächst

wenn ich mich je von der lieben trenne
so muß meine freude ein ende nehmen
o weh - so sterbe ich vielleicht vor leid
daß ich es je mit ihr begann
ich weiß nicht - herrin - was minne ist
mich läßt die liebe sehr entgelten
daß ich an jahren ein kind bin

Donnerstag, 24. April 2014

der weg , der in die endlos , weite geht - Hagen Kemper 'tronje'


der weg – der in die endlos – weite geht
wo der wind den staub vor unsre füße weht
wo am wegesrand die distel herrlich blüht
wo der sperber seine weiten kreise zieht
wo am horizont die sonne steht
der weg – der in die endlos – weite geht

der weg – der in die endlos – weite geht
wo der wind die lieder in die ferne weht
wo ein klares wasser von den bergen springt
wo der vogelsang im tiefen wald erklingt
wo am abend hell der mond dann steht
der weg – der in die endlos – weite geht

der weg – der in die endlos – weite geht
wo der wind uns immer weiter - weiter weht
wo am waldesrand dann unser lager liegt
wo ein jeder sich in seinen träumen wiegt
wo das sternenmeer am himmel steht
der weg – der in die endlos – weite geht ...

Mittwoch, 23. April 2014

deinen mund hab' ich so gern' geküßt - Hagen Kemper 'tronje'


deinen mund hab' ich so gern' geküßt
in deinen armen vergaß ich jede zeit
wo magst du sein ?
wenn ich es endlich wüßt' !    
nun bin ich hier
und du bist - ach - so weit !
ich hielt' dich fest in meinen armen
bei regen und bei sonnenschein -
du würdest mich wohl auch umarmen :
wir wollten nur mal glücklich sein !

Montag, 21. April 2014

hab' die nacht gefangen mir - Hagen Kemper 'tronje'


hab' die nacht gefangen mir 
und alle träume die da sind
hab' am hut den morgenstern getragen
tanzend durch den wind
hab' im traum geküßt 
bei mondenschein
so manche schöne frau
hab' umarmt die sonne 
und die wolken weiß
wo möwen fliegen tief ins blau 

Freitag, 18. April 2014

pusteblumen mag ich so - Hagen Kemper 'tronje'


pusteblumen mag ich so :
sie fliegen leicht im wind 
und sie fliegen in ein land
wo kinder glücklich sind

seifenblasen schillern bunt
sie tanzen durch den raum 
viel zu schnell zerplatzen sie
aus ist der bunte traum

regenbogen - kindertraum
schmetterling flieg her ! 
und der wind im wunderbaum 
mein kind - nun wein nicht mehr

pusteblumen mag ich so :
sie fliegen leicht im wind
und sie fliegen in ein land 
wo kinder glücklich sind 

Mittwoch, 16. April 2014

H. C. Artmann - einen kranz aus butterblumen


einen kranz aus butterblumen
winde ich dir um das haupt
streue deinem habicht krumen
weil du stets an mich geglaubt ;
linsen - erbsen - gladiolen
biet ich dir zum nachtisch an
will auch dann die laute holen
muskatbraun wie marzipan

mit musik ich dich verwöhne
klimpre dich ins paradies
dort - im reich der holden töne
wäscht gott baldur dir die füß ;
zauberhafte turteltauben
bringen seife ihm zur hand
hunderttausend liebeslauben
werden dir zum vaterland

aus akazjen - azaleen
pappelbäumen - safferan
auch aus weiden - blauen schlehen
weht die neue zeit uns an ;
ei ! im lenzhauch wogt dein busen
dieser zwillingsnackedei -
froh zum tempel meiner musen
er von mir ernennet sei

auf karottenroten wölklein
schwebt die göttin freya hin ;
summend wie ein bienenvölkchen
ausgeklingt vom zeppelin
schwirren küsse und gedanken
sommer - winter - tag und nacht -
keine grenzen - keine schranken ;
lieb und freiheit sind erwacht

wodans linkes aug sieht wieder
flugs s monokel eingeklemmt
donar zupft vom lila flieder
frischgestärkt sein rosa hemd
die valkyrien lächeln leise
feen aus mythomania
und ich taufe meine weise ;
artmann an germania

Samstag, 12. April 2014

Fürst Akaki Tseretéli ( Georgien ) - Suliko



 
sakvarlis saplavs vedsebi
ver vnakhe - dakarguliko
gulamoskvnili vtirodi
sada khar chemo suliko

ekalshi vardi shevnishne
oblat rom amosuliko
gulispantskalit vkitkhavdi :
''shen khom ara khar suliko ? ''

sulganabuli bulbuli
potlebshi mimaluliko
mivekhmatkbile chitunas :
''shen khom ara khar suliko ? ''

sheiprtkhiala mgosanma
kvavils niscarti sheakho
tchaikvnes - chaitshiktshika
titkos tkva : '' diakh - diakho ! ''

ich suchte nach dem grab
meiner geliebten
es ist nicht leicht um es zu finden
ich schluchzte und weinte und rief :
wo ist meine suliko

ich sah nur eine einzelne
rose steh'n - und ängstlich
mit einem seufzer rief ich :
''oh - bist du nicht meine suliko ? ''

eine nachtigall war hinter
den blättern versteckt
ich fragte den kleinen vogel :
''oh - bist du nicht meine suliko ? ''

die sängerin schüttelte nur ihre flügel
berührte allein die rose
und mit ihrem gesang und tremolos
schien sie zu sagen : '' ja - ich bin es ! ''

diese Fassung ist die echte : in georgischer Sprache 
und nicht die früher gesungene der russischen Chöre 

Mittwoch, 9. April 2014

blau wie indigo - Hagen Kemper 'tronje'


ich träume unter'm regenbogen
   träume die sind froh -
sie sind so fremd und doch so zart
und blau wie indigo
  
und niemand nimmt mir diesen traum
ob hier und jetzt und anderswo -
 und niemand nimmt mir diesen traum
 den traum in indigo 

Montag, 7. April 2014

Karl Weymann - neues vom Rübezahl


frühling ward's - marie-luise 
suchte blumen an dem teich 
da kam rübezahl - der riese 
und verliebte sich sogleich 

: goldne blumen kannst du suchen 
dort mit mir in meinem hain 
sieh - da unter diesen buchen 
laden sie uns beide ein !

alles hat sie dort gefunden
was sie sich erträumte nur 
er hat ihr den strauß gewunden
dann verlor sich seine spur 

und den freundinnen vertraute 
sie dieses erlebnis an 
jede ging dann hin und schaute 
wo er war - der märchenmann 


Sonntag, 6. April 2014

jetzt blühen die ranunkeln - Hagen Kemper 'tronje'


ach könnte ich doch fliegen 
ich wäre gleich bei dir 
würd' mich im winde wiegen  
und du wärst auch bei mir 

die nacht hat viele sterne 
der mond ist ganz zu seh'n 
du bist noch in der ferne 
wenn sommerwinde weh'n 

jetzt blühen die ranunkeln   
bei mir - und du bist weit 
ich singe leis' im dunkeln 
von glück und einsamkeit 

ach könnte ich doch fliegen 
ich wäre gleich bei dir 
würd' mich im winde wiegen 
und du wärst auch bei mir 

Donnerstag, 3. April 2014

nicht mehr winter , doch noch kalt - Hagen Kemper 'tronje'


nicht mehr winter - doch noch kalt
erste blumen blüh'n im wald
lautlos wandeln reh und hirsch :
und kein jäger auf der pirsch

amsel - drossel - fink und star
singen später dieses jahr
mit dem lenz - trägt wie ein wunder :
weiße blüten - der holunder

Dienstag, 1. April 2014

nah am ufer stehen pappeln - Hagen Kemper 'tronje'


nah am ufer stehen pappeln
neben einem kleinen weg
auf die höchste dieser pappeln
hab' ich einen traum gelegt

und am morgen in den pappeln
wind ließ sacht die wipfeln wiegen
sah ich auf der höchsten pappel
meinen kleinen traum noch liegen 

abendsonne auf den pappeln
eine elster flog daher
setzte sich auf meine pappel ;
und ich hatt' den traum nicht mehr