lieder & saitenspiel - tronjes blog

Samstag, 28. Januar 2017

Johanna Marie Lankau - wenn die sehnsucht flügel hätte


o - wenn die sehnsucht flügel hätte -
welch weiter - weißer schwanenzug
nähm' mit den wolken um die wette -
in blaue fernen seinen flug -

und wenn in abendroten gluten -
und goldnem brand der himmel ständ' -
wie schön - wenn durch die purpurfluten
mein sehnen freie bahnen fänd' -

nicht mehr gefesselt und gebunden -
zög' ohne wunsch und weh
das flügelpaar die sonnenstunden -
weiß leuchtend über land und see -

bis hin zu aller sehnsucht ende -
wo die erfüllung stolz und groß -
streckt ihre reichen segenshände
und legt das glück in meinen schoß ...

Dienstag, 24. Januar 2017

boote ziehen übers blaue meer ...- Hagen Kemper 'tronje'



boote ziehen übers blaue meer am fernen horizont - 
meeresvögel jagen kreischend über uns im wind dahin - 
und das meer - das tiefe - blaue endet hinterm horizont - 
und die lieder - die wir singen - fliegen mit dem wind dahin - 

wolken - die auf ihrer reise - treiben uns nach irgendwo - 
unser boot tanzt auf den wogen - über uns das firmament - 
und die winddurchtobte reise - endet dann wohl irgendwo - 
und der mond - die sterne grüßen - nachts am weiten firmament -
 
wenn das fernweh dann verflogen - steuern wir die heimat an - 
unser boot ist voll beladen - mit den schätzen unsrer fahrt - 
und die zeit ist schnell verflogen - endet nun - und fängt neu an - 
und die lieder die wir singen : lernten wir auf großer fahrt ...

Freitag, 20. Januar 2017

bin ich einst gegangen einen weiten weg - Hagen Kemper 'tronje'



bin ich einst gegangen einen weiten weg -
und am anfang kannte ich das ende nicht -
lief ich über wiesen und durch staub und sand -
und ich riß die saiten an sang nur ein lied :
von der liebe die ich kannte - irgendwann -

bin ich einst gegangen einen weiten weg -
und ich lief durch sonne - regen - wind und schnee -
viele saiten rissen mir im lauf' der zeit -
und in nächten voller träume spielte ich :
mit den freunden die ich kannte - irgendwann -

bin ich einst gegangen einen weiten weg -
und im morgennebel lag mein kleines dorf -
nichts als die erinnerung die suchte ich -
doch nach jahren war ich wohl ein fremder hier :
und ich lief im regen nach - weiß nicht wohin ...

Mittwoch, 18. Januar 2017

kako što e taa čaša polna so vino


kako što e taa čaša polna so vino
tako je i moje srce polno jadovi .
da l` da pijam - mila mamo - da se napijam 
jadovite  - mila mamo - da zaboravam
ja poslušaj - mili sinko - stara si majka  
i da pijaš - mili sinko - fajde si nema
tuku zemi , mili sinko - puška berdanka
pa si odi - mili sinko - gore v planina
pa si odi - mili sinko - gore v planina
tamu ti je - mili sinko - verna družina

 *
so wie jener becher voll von wein
so ist mein herz voll von kummer
soll ich mich betrinken – mutter
um meinen kummer zu vergessen
junge - hör' auf deine alte mutter
wenn du trinkst – das hat keinen nutzen
mein junger sohn – nimm das
berdanka-gewehr und geh' in die berge
geh' hinauf in die berge – mein sohn
da findest du deine treuen kameraden

Dienstag, 17. Januar 2017

Eugen Stangen - ein kleines lied , vergessen und verlacht

 
ein kleines lied - vergessen und verlacht - 
ein spielmann hat es heut im dorf gesungen - 
nie hab ich mehr an jenes lied gedacht - 
es war so früh verweht - verklungen - 

da singt es heut der fremde spielgesell - 
das alte lied vom glück - vom jungen wähnen - 
sein mund ist rot - sein haar ist blond und hell - 
und ach - das lied - es klingt wie müde tränen - 

da geht die tür - da trittst du leise ein - 
die aveglocke ruft so bang vom turm - 
du mußt wohl weit - ach weit gewandert sein - 
das mondlichtblonde haar zerwühlt vom sturm ! 

hat dich das lied vom schlummer aufgescheucht ? 
der mond umrieselt dich mit bleichem flimmer - 
das kleine lied - dir sind die augen feucht - 
verlachen kann man es - vergessen nimmer ...

Samstag, 14. Januar 2017

zerrissen ist die saite der guitarre - Hagen Kemper 'tronje'



zerrissen ist die saite der guitarre - 
die kaum gespielt - nun nicht mehr klingt - 
ich suche nachts nach den verlor'nen worten : 
die ich in manchen träumen find - 

nun klingt die neue saite der guitarre - 
ihr ton schwebt melancholisch fort - 
und wieder spiel' ich alte melodien : 
oh traum - bring mir ein herrlich wort !

Donnerstag, 12. Januar 2017

im winter blühen keine aprikosen - Hagen Kemper 'tronje'

 

im winter blühen keine aprikosen - 
und viele wasser werden dann zu eis - 
und morgens liegt noch schnee auf letzten rosen - 
und diese rosen sind vom schnee ganz weiß - 

in jedem jahr blüh’n wieder aprikosen - 
ich lieg’ darunter träum’ im frühlingswind - 
und manchmal blühen schon die ersten rosen - 
und manchmal weint auch irgendwo ein kind - 

im winter blühen keine aprikosen - 
die meisten sommer fliegen schnell dahin - 
in jedem jahr blühn’ wieder rote rosen - 
doch manche liebe kommt und geht dahin ...

Montag, 9. Januar 2017

Georg Trakl - wenn der schnee ans fenster fällt



wenn der schnee ans fenster fällt -
lang die abendglocke läutet -
vielen ist der tisch bereitet
und das haus ist wohlbestellt -

mancher auf der wanderschaft -
kommt ans tor auf dunklen pfaden -
golden blüht der baum der gnaden
aus der erde kühlem saft -

wanderer tritt still herein -
schmerz versteinerte die schwelle -
da erglänzt in reiner helle
auf dem tische brot und wein ...

Freitag, 6. Januar 2017

Arthur Fitger - der letzte heller ist verthan


der letzte heller ist verthan -
frau wirtin die thät keifen -
nun muß ich durst'ger fiedelmann
des weges fürder schweifen -
der regen strömt - und eisig mischt
ein grauer schnee sich drunter -
im föhren-forst der sturmwind zischt -
nun - spielmann - halt' dich munter -

kein einz'ger stern am himmel brennt -
die nacht wird wild und wilder -
und jagt am dunkeln firmament
verzerrte wolkenbilder -
es stöhnt im tiefen felsverließ -
es kreischt und schreit da droben -
als wollte durch die finsterniß
der wilde jäger toben -

nun sing' und geige tapfer drein !
beim bunten maienfeste -
da mag wohl jeder spielmann sein -
der liebling aller gäste -
goldklaren trank das mägdlein reicht -
vom tanz die pulse wogen -
da kommt und sieht und siegt er leicht -
der held vom fiedelbogen -

doch nun im nächt'gen nebeldunst -
nun halte fest die geige -
auf daß sich siegreich deine kunst
den finst'ren mächten zeige -
heb' an : was schiert mich hunger viel
und zorn der wettergeister ?
ich und mein treues saitenspiel
sind dennoch ihre meister -

so lang noch eine saite schwirrt -
mag mich kein dämon quälen -
ich hab's gewußt : wer spielmann wird -
auf unstern muß er zählen -
der reiche tisch - der warme herd
liegt nicht auf meinen wegen -
drum darf ich auch - was Gott beschert -
in mir das höchste hegen ...

Dienstag, 3. Januar 2017

Max Dauthendey - keine wolke stille hält



 keine wolke stille hält -
wolken fliehn wie weiße reiher -
keinen weg kennt ihre welt -
und der wind - der ist ihr freier -

wind - der singt von fernen meilen -
springt und kann die lust nicht lassen -
einer landstraß' nachzueilen -
menschen um den hals zu fassen -

und das herz singt auf zum reigen -
schweigen kann nicht mehr die brust -
menschen werden wie die geigen -
geigen singen unbewußt ...