lieder & saitenspiel - tronjes blog

Montag, 30. Mai 2016

wir fahren wohl übers weite meer - Hagen Kemper 'tronje'



  wir fahren wohl übers weite meer -
wir lieben die abenteuer so sehr -
wir fragen den wind : bist du uns wohlgesinnt ?
dann blase die segel doch voll geschwind !

wir grüßen die möwen bei ihrem flug -
wir horchen dem toben der wellen am bug -
wir kennen den salzigen atem der see :
dann hilft uns der rum gegen jedes weh !

wir singen die lieder nachts im wind -
wir wissen nicht wo wir morgen sind -
wir suchen am himmel den südlichen stern :
dann ist wohl  AUSTRALIA  nicht mehr fern !

wir fahren wohl übers weite meer -
wir lieben die abenteuer so sehr -
wir fragen den wind : bist du uns wohlgesinnt ?
 dann blase die segel doch voll geschwind !

Mittwoch, 25. Mai 2016

ich bin ein barde , singe lieder ...- Hagen Kemper 'tronje'

 

 ich bin ein barde - singe lieder -
und streiche über saiten hin -
der wind nimmt mir die lieder wieder -
und weht sie fort - ganz ohne sinn ...

so ziehe ich durch manche lande -
und kenne jede burg und schloß -
der wind spielt mit dem seidenbande -
das ich zur laute einst erkos ...

mein spiel und sang erweckt die herzen -
und manche lieb bleibt doch zurück -
der wind kennt meine liebesschmerzen -
doch  irgendwann find ich mein glück ...

ich bin ein barde - singe lieder -
und streiche über saiten hin -
der wind nimmt mir die lieder wieder -
und weht sie fort - ganz ohne sinn ...


Donnerstag, 19. Mai 2016

Hermann Löns - der blaue und der weiße flieder


der blaue und der weiße flieder
umduftet unsere laubenbucht -
goldregen pendelt auf und nieder
 der blütenschweren zweige wucht -

viele weiße schmetterlinge fliegen -
der spötter singt im rosendorn -
ganz langsam sich die zweige wiegen -
ein warmer wind geht über das korn -

die sonne spielt auf deinen händen
die lässig ruhn auf deinem kleid -
 mein blick will sich davon nicht wenden -
mein herz denkt lauter zärtlichkeit ...

Montag, 9. Mai 2016

Alfred Lichtenstein - der fahrende scholar


es war einmal - es war einmal ein fahrender scholar -
er hatte einen wuschelkopf voll kupferrotem haar -
und bummelte sich durch die welt - und hatte keinen pfennig geld -
und war ein bettelarmer tropf - der fahrende scholar -
  
und alle mädchen - die ihn sahn - den fahrende scholar -
mit seinem dunklen feuerblick - und seinem wuschelhaar -
die schauten ihm verstohlen nach - und mancher schier das herze brach -
denn nie mehr kehrte er zurück - der fahrende scholar -
  
so zog er nun - so zog er nun - der fahrende scholar -
von land zu land, - von ort zu ort - wo nur ein wirtshaus war -
er trank dort manchen humpen wein - doch das bezahlen ließ er sein -
und schlich sich heimlich wieder fort - der fahrende scholar -
  
einst kommt er nun zu einem dorf - der fahrende scholar -
da hatt' der wirt ein töchterlein - das etwas älter war -
er hat zerriss'ne wanderschuh - und durstig ist er noch dazu -
und mag wohl auch recht müde sein - der fahrende scholar -
  
es schenkt ihm ein - den besten wein - dem fahrenden scholar -
des wirtes schlankes töchterlein - das etwas älter war -
er trinkt und trinkt und trinkt und trinkt - bis er betrunken niedersinkt -
er soll nun nicht mehr lange sein - ein fahrender scholar -
  
jetzt ist er wirt zum gold'nen lamm - der fahrende scholar -
ist aufgedunsen wie ein schwamm - es floh schon manches jahr -
er ist so bleich und ist so fahl - und grau ist jetzt sein haar -
er brummt das lied : es war einmal ein fahrender scholar -
  
damit euch nicht wie jenem da - ein solches schicksal winkt -
drum leute -  leute hütet euch - daß ihr nicht zuviel trinkt -
drum leute - leute hütet euch - daß ihr kein mädchen minnt -
von dem es heißt : es war einmal ein wundeschönes kind ...

Donnerstag, 5. Mai 2016

es säuselt der wind - Hagen Kemper 'tronje'

 

es säuselt der wind -
und es kräuseln die wellen -
und fern zieht ein boot dahin -
die wolken - so weiß -
wie die möwen im flug -
die entschwinden am horizont -

getragen vom wind -
entfliehen die träume -
und finden ein land irgendwo -
zurück bleiben wir -
mit der sehnsucht allein -
aber morgen - da segeln wir fort !