lieder & saitenspiel - tronjes blog

Freitag, 30. Dezember 2016

sie folgen einem stern - Hagen Kemper 'tronje'


sie wandern durch den tag -
sie wandern durch den sand -
sie wandern immerzu :
durch sonnenheißes land -

sie folgen keinem weg -
sie folgen keiner macht -
sie folgen einem stern :
der über ihnen wacht -

sie tragen hab und gut -
sie tragen alles mit -
sie tragen einen traum :
zur nacht mit müdem schritt -

sie wandern durch die nacht -
sie wandern durch den sand -
sie wandern immerzu :
durch manches fremde land ...

Dienstag, 27. Dezember 2016

Paul Heyse - die windsbraut



 wie bin ich nun in kühler nacht
im wald herumgestrichen !
die bäume noch von regen schwer -
die wogten tropfend hin und her -
hätt' nicht mein herz gebrannt so sehr -
nach haus wär' ich gewichen -

die lohe glut kein regen mag -
kein tau zu kühlen taugen -
der rote blitz entflammt sie nicht -
der jäh die schwarzen eichen bricht -
das tat der liebsten angesicht
mit den zwei lichten augen -

es geht ein wehen durch den wald -
die windsbraut hör' ich singen -
sie singt von einem buhlen gut -
und bis sie dem in armen ruht -
muß sie noch weit in bangem mut
sich durch die lande schwingen -

der sang der klingt so schauerlich -
der klingt so wild - so trübe -
das heiße sehnen ist erwacht -
nun - schatz - zu tausend gute nacht !
es kommt der tag - eh du's gedacht -
der eint getreue liebe ...

Samstag, 24. Dezember 2016

weihnachtslied eines obdachlosen - Hagen Kemper 'tronje'


stille nacht - einsame nacht - und keine freude auf mich wart' -
es weihnachtet wieder - ich sing' keine lieder -
der wind weht so kalt - ich friere schon wieder -
stille nacht - einsame nacht - und keine freude auf mich wart' -

stille nacht - kalte nacht - und der schnee der fällt so sacht -
die weihnachtsglocken - die läuten so süße -
und dicke socken an die füße -
stille nacht - kalte nacht - und der schnee der fällt so sacht -

stille nacht - dunkle nacht - bin allein und niemand lacht -
ich wünschte von herzen - das licht vieler kerzen -
die nacht ist so dunkel - wer wird mich nun herzen ?
stille nacht - dunkle nacht - bin allein und niemand lacht -

stille nacht - traurige nacht - niemand lebt auf den ich wart' -
und weihnacht kommt und weihnacht geht -
und der kalte wind hier draußen weht -
stille nacht - traurige nacht - niemand lebt auf den ich wart' ...

überarbeitet 24.12.16

Freitag, 23. Dezember 2016

Klabund - wenn ich in nächten wandre



wenn ich in nächten wandre -
ein stern wie viele andre -
so folgen meiner reise -
die goldnen brüder leise -

der erste sagts dem zweiten -
mich zärtlich zu geleiten -
der zweite sagts den vielen -
mich strahlend zu umspielen -

so schreit ich im gewimmel - 
der sterne durch den himmel -
ich lächle - leuchte - wandre -
ein stern wie viele andre ...

Mittwoch, 21. Dezember 2016

der himmel ist mit sternen behangen - Hagen Kemper 'tronje'



der himmel ist mit sternen behangen -
es weht der wind durch schlafenden wald -
die blumen sind mit nachttau behangen -
ich geh' den weg - es schweiget der wald -

der mond - der wandert weiter am himmel -
im schatten scheue tiere da steh'n -
der mond - die sterne leuchten am himmel -
ich kann mein dorf von weitem nun seh'n -

es treiben dunkle wolken am himmel -
ich trete aus dem nächtlichen wald -
es fallen flocken tanzend vom himmel -
es weht kein wind - es ist nur so kalt ...

Sonntag, 18. Dezember 2016

zum 'grünen baum' in bacharach - Hagen Kemper 'tronje'



da war ich jüngst am vater rhein -
da bei den goldnen reben -
zum 'grünen baum' - da kehrt' ich ein -
konnt' manches gläslein heben -

ich saß beim wein so manche stund -
und hatte nichts zu klagen -
für einen schönen küssemund -
mocht' ich die saiten schlagen -

drum komm' ich oft zum vater rhein -
da bei den goldnen reben -
zum 'grünen baum' - da kehr' ich ein -
kann manches gläslein heben ...


Freitag, 16. Dezember 2016

Ellen Hempel 'hering' - es schwimmt eine barke über den sund


es schwimmt eine barke über den sund -
salziger wind schlägt die segel -
der sturm wird stärker von stund(e) zu stund -
und immer schlimmer der nebel -
und am maste die fahnen knallen und mahnen :
beuge dich - sturm - treib uns nach norden !

es rinnt ein regen im schwedischen wald -
erde - sie schmachtet nach wärme -
der himmel zerreißt von naturgewalt -
ein licht durchflutet die ferne -
und die klampfen - sie klingen - saiten - sie singen :
brich - wolkenwand - leuchte uns - sonne !

uns hält die nordische heimat in bann -
nordlichter jagen und funkeln -
ein heller see glänzt durch wirren tann -
feuerschein reißt raum in das dunkel -
und die scheite - sie knistern - flammen - sie flüstern :
leuchte - du brand - unseren herzen !

Dienstag, 13. Dezember 2016

auf dem feld der amseln - Hagen Kemper 'tronje'


Lied gegen jeden Krieg

 auf dem feld der amseln 
singt der tod die lieder -
viel zu viele starben -
nicht alle kommen wieder -
auf dem feld der amseln 
 singt der tod die lieder -

auf dem feld der amseln 
tanzt der tod den reigen -
viel zu viele hungern -
sterben dort und schweigen -
auf dem feld der amseln 
tanzt der tod den reigen -

auf dem feld der amseln 
bläst der tod posaune -
kinder sterben schneller -
die geier spähn am zaune -
auf dem feld der amseln 
bläst der tod posaune -

auf dem feld der amseln 
schlägt der tod die trommel -
mit bomben und granaten -
es klingt laut "radibommel" -
auf dem feld der amseln 
schlägt der tod die trommel ...

aman - aman : ausruf  ! ach ! ( ach du meine güte ! )

Dienstag, 6. Dezember 2016

die dämmerung fällt - Hagen Kemper 'tronje'


die dämmerung fällt - 
der mond steigt empor - 
es ruh'n wald und feld - 
und heide und moor - 
es rauschen die kronen - 
vom nachtwind bewegt - 
es fallen die schatten : 
wo's mondlicht grad steht - 

noch leuchtet kein stern - 
und still liegt der wald - 
der morgen - noch fern - 
der nachtwind - so kalt - 
ein schnee ist gefallen - 
der mond zieht dahin - 
ich werfe mit ballen : 
so fröhlich ich bin ...

Samstag, 3. Dezember 2016

bei jedem abschied - Hagen Kemper 'tronje'



bei jedem abschied
läßt man irgendwie
sein herz zurück -
bei jedem abschied
stirbt man irgendwie :
ein kleines stück -

bei jedem abschied
bleibt man irgendwie
allein zurück -
bei jedem abschied
weint man irgendwie :
nur nicht vor glück ...