lieder & saitenspiel - tronjes blog

Mittwoch, 25. Februar 2015

mi niña morena - Carlos Raúl Risso 'Poeta Gaucho' / Argentina



mi niña morena
carboncito negro
corazón de brasa
ojitos de ruego

mi niña morena
gurisita crioya
de pelito chuzo
y risita pronta

mi niña morena
paloma del monte
de palabra queda
y ademán sin corte

mi niña morena
hija de’sta tierra
de las grandes cosas
y de las miserias 

mi niña morena
señal de una raza :
la de los ancestros
de vincha y tacuara 

no se apague nunca
la luz de tu cara
 porque por tus rasgos
respira una raza 

Kurt Tucholsky - das ist ein sündhaft blauer tag


das ist ein sündhaft blauer tag !
die luft ist klar und kalt und windig
weiß Gott : ein vormittag - so find ich
wie man ihn oft erleben mag

das ist ein sündhaft blauer tag !

jetzt schlägt das meer mit voller welle
gewiß an eben diese stelle
wo dunnemals der kurgast lag

ich hocke in der großen stadt :
und siehe - durchs mansardenfenster
bedräuen mich die luftgespenster ...
und ich bin müde - satt und matt

dumpf stöhnend lieg ich auf dem bett
am strand wär es im herbst viel schöner
ein stimmungsbild, zwei fölljetöner
und eine alte operett !

wenn ich nun aber nicht mehr mag !
schon kratzt die feder auf dem bogen
das geld hat manches schon verbogen ...
das ist ein sündhaft blauer tag !

Mittwoch, 18. Februar 2015

Für Kinder : einst flog ein archaeopteryx - Hagen Kemper 'tronje'



einst flog ein archaeopteryx 
zum fressen über's moor

er suchte lange - fand doch nix 
und kratzte sich am ohr

dann flog der archaeopteryx
mit magen leer und sonst gar nix 

noch lange über's moor ...

Freitag, 13. Februar 2015

Joseph von Eichendorff - die blaue blume


ich suche die blaue blume
ich suche und finde sie nie

mir träumt - daß in der blume
mein gutes glück mir blüh 

ich wandre mit meiner harfe 
durch länder - städt und au'n 
ob nirgends in der runde 
die blaue blume zu schaun 

ich wandre schon seit lange 
hab lang gehofft - vertraut 
doch ach - noch nirgends hab ich 
die blaue blume geschaut

Samstag, 7. Februar 2015

kann die sehnsucht kaum ertragen - Hagen Kemper 'tronje'



kann die sehnsucht kaum ertragen

reiße mir die finger wund -

an den saiten die so klagen :

suchend deinen küssemund !

Sonntag, 1. Februar 2015

im hinterhof da bröckeln die fassaden - Hagen Kemper 'tronje'


im hinterhof da bröckeln die fassaden
die armut nistet sich dort ein
und in den meist vergammelten mansarden
haust irgendwer - und doch allein

im hinterhof da bröckeln die fassaden
so manche liebe geht dahin
und in den meist vergammelten mansarden
hat gutes leben keinen sinn

im hinterhof da bröckeln die fassaden
durch manchen riß bläst kalt der wind
sie lieben in vergammelten mansarden
und zeugen trunken - irgendwann ein kind

im hinterhof da bröckeln die fassaden
und nichts gibt sich ein stelldichein
denn in den meist vergammelten mansarden
bleibt man in armut meist allein

im hinterhof da bröckeln die fassaden
die einsamkeit liebt abendrot
und in den meist vergammelten mansarden
stirbt man allein - den eignen tod

im hinterhof da bröckeln die fassaden
dort leben hat wohl keinen sinn
und in den meist vergammelten mansarden
tropft elend mit der zeit dahin