lieder & saitenspiel - tronjes blog

Samstag, 24. Juni 2017

Carl Zuckmayer - mond und sterne des südens



mond und sterne des südens -
rieseln ins wasser wie schnee -
nächte des nimmer-ermüdens -
spielende winde der see -
 
nächte des nimmer-erjagends -
nächte -beflutet vom glück :
spielende winde tragen's 
immer vom ufer zurück -
 
wenn ich ertränke - sie trügen's 
grün in die tiefe mir nach -
nächte des nimmer-genügens 
wiegten mich wieder wach ...

Sonntag, 18. Juni 2017

Walter Flex - ich habe des frühlings atem verspürt



ich habe des frühlings atem verspürt - 
sein hauch ging kosend und lind - 
die nacht hat so weich an mein fenster gerührt : 
nun hüte dich - hüte dich - kind ! 

im frühtau schnitt ich am wilden wein - 
ich schnitt der rebe ins blut - 
die säfte stiegen und netzten den stein - 
da hab' ich erschrocken geruht - 

durch wald und wiesen treibt es mich hin - 
lenzlieder fahren im wind - 
mir ist so eigen - so schwül zu sinn : 
nun hüte dich - hüte dich - kind !

Mittwoch, 14. Juni 2017

Amanhã vai chover - Morgen wird es regnen - Hagen Kemper 'tronje


amanhã vai chover : 
eu estarei na janela - 
e como sempre 
espera por você em vão - 
amanhã vai chover ! 

amanhã vai chover : 
eu estarei na janela - 
e como sempre 
concordo con guitarra - 
amanhã vai chover ! 

amanhã vai chover : 
eu estarei na janela - 
e como sempre 
vai ser triste meu coração - 
amanhã vai chover !

*
  morgen wird es regnen :  
ich stehe am fenster - 
und wie immer 
warte ich vergeblich auf dich - 
morgen wird es regnen ! 

morgen wird es regnen : 
ich stehe am fenster - 
und wie immer 
stimme ich die guitarre - 
morgen wird es regnen ! 

morgen wird es regnen : 
ich stehe am fenster - 
und wie immer 
wird mein herz traurig sein - 
morgen wird es regnen !

Donnerstag, 8. Juni 2017

Aus : Liederbüchlein 1582 - ich gieng mir nächten abend raus


ich gieng mir nächten abend raus - den abend aus spazieren -
ich sollt wol zu der liebsten gan und mit ihr collavieren -
ich darf sie euch nit nennen - thät ichs - ihr würdt sie kennen -
sie thät mich darum schelten -

da ich wol für die fenster kam - ich ließ mein zitter schallen -
mir ward ein fenster aufgethan - mein lieb thät mich ankallen :
seid ihr da - allerliebster mein ? steht still ! ich will euch lassen ein -
das thät mir wolgefallen -

da ward ein thürlein aufgethan - ich ward gar wol empfangen -
ich nahm mein lieb wol in den arm : nach ihr thät mich verlangen -
sie gab mir so manch freundlich wort - ich habs mein tag nie besser gehort -
sie war die liebste auf erden -

da war ein banket zugericht - da saßen wir dominieren -
mein lieb saßt sich da neben mich - da saßen wir collavieren -
sie gab mir so manch freundlich wort - ich habs mein tag nie besser gehort -
sie war die liebste auf erden -

des morgens da der tag anbrach - da gieng es an ein scheiden -
wir meinten - es wär nur halb mittnacht - da geschach uns viel zu leide -
ade - es muß gescheiden sein ! der kläffer bringt uns in schwere pein :
schöns lieb - ich muß von hinnen ...

collavieren : plaudern - tändeln / ankallen : anreden

Montag, 1. Mai 2017

träume hab ich einst gefunden in dem jadegrünen baum - Hagen Kemper 'tronje'



träume hab ich einst gefunden
in dem jadegrünen baum - 
und sie hingen dort umwunden : 
die lianen sieht man kaum - 

bunte vögel schweben - singen - 
bauen nester in dem baum - 
und die träume - die sie bringen : 
leuchten nachts im jadebaum - 

vollmond schläft in meinen träumen - 
noch bevor die nacht vergeht - 
lieder klingen in den bäumen : 
wenn der nachtwind drüber weht - 

träume hab ich einst gefunden - 
in dem jadegrünen baum - 
und sie trösten meine wunden : 
wehmut küßt mich sacht im traum ...

Donnerstag, 20. April 2017

wie trunken tanzen heut' die schmetterlinge - Hagen Kemper 'tronje'



wie trunken tanzen heut' die schmetterlinge - 
durch fremde gärten weht ein lauer wind - 
ich streiche über saiten - und ich singe - 
und such' den traum - wo die zypressen sind - 

ich werd' im traum bei den zypressen liegen - 
und schau'n nach weißen wolken - die da zieh'n - 
wo bunte vögel sich im winde wiegen - 
und mich umfängt ein duft von rosmarin - 

wie trunken tanzen heut' die schmetterlinge - 
durch fremde gärten weht ein lauer wind - 
ich streiche über saiten - und ich singe - 
und wünsch' - daß morgen schmetterlinge sind ...

Montag, 17. April 2017

Das Land - wo man die Freiheit suchen muß !


das Gedicht von Nâzim Hikmet ( Ran ) 
möchte ich heute 
nochmal ins Netz stellen :
von dem Mann - 
der seine Heimat liebte -
und doch flüchten mußte ...

karlı kayın ormanında
yürüyorum geceleyin
efkârlıyım - efkârlıyım
elini ver - nerde elin ?

memleket mi - yıldızlar mı
gençliğim mi daha uzak ?
kayınların arasında
bir pencere - sarı sıcak

ben ordan geçerken biri :
"amca – dese - gir içeri "
girip yerden selâmlasam
hane içindekileri
 
yedi tepeli şehrimde
bıraktım gonca gülümü
ne ölümden korkmak ayıp
ne de düşünmek ölümü

*
im verschneiten buchenwald 
gehe ich durch die dunkle nacht 
schwermütig bin ich - so allein 
 wo bist du nur - reich mir die hand 

was ist weiter – ich weiß es nicht 
 mein land - die jugend – das sternenlicht 
zwischen den buchen goldner schein 
lädt mich ein leuchtendes fenster ein 

riefe jetzt einer an der türe 
geh nicht vorbei bruder bleibe 
und ich begrüßte jeden im haus 
setzte mich zu ihnen – ruhte aus 

auf sieben hügeln meine stadt 
wo ich die rose verlassen hab' 
angst vor dem tode schändet nicht 
noch der gedanke an sein gesicht...