lieder & saitenspiel - tronjes blog

Freitag, 1. Juli 2011

Hermann Hesse - wie fremd und wunderlich das ist



wie fremd und wunderlich das ist
daß immerfort in jeder nacht
der leise brunnen weiterfließt
vorn ahornschatten kühl bewacht

und immer wieder wie ein duft
der mondschein auf den giebeln liegt
und durch die kühle - dunkle luft
die leichte schar der wolken fliegt !

das alles steht und hat bestand
wir aber ruhen eine nacht
und gehen weiter über land
wird uns von niemand nachgedacht

und dann - vielleicht nach manchem jahr
fälllt uns im traum der brunnen ein
und tor und giebel - wie es war
und jetzt noch und noch lang wird sein

wie heimatahnung glänzt es her
und war doch nur zu kurzer rast
ein fremdes dach dem fremden gast
er weiß nicht stadt nicht namen mehr

wie fremd und wunderlich das ist
daß immerfort in jeder nacht
der leise brunnen weiterfließt
vom ahornschatten kühl bewacht !

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