lieder & saitenspiel - tronjes blog

Sonntag, 22. September 2013

Franz Grillparzer - bekenntnisse eines vagabunden


von menschen - soweit um ich irrte
trägt gute und böse die welt
die besten von allen : die wirte
sie laben - wenn auch nur für geld

nächst stehen die lustgen kumpane
sie zechen und jubeln mit euch
die lumpe von jeglicher fahne
man fühlt sich so heimisch und gleich

gut nenn ich gefällige weiber
verstehend und teilend den scherz
die leiber sind herrische treiber
und fleisch ist ja auch doch das herz

die bösen stehn aber viel dichter
man sieht kaum vor bäumen den wald
als erste : die gläubger und richter
das recht überhaupt ist so kalt

die tüchtgen - die würdgen - die ernsten
man fühlt sich beirrt und beengt
und steht ihnen eben am fernsten
je näher an sie man sich drängt

doch bittrer als alle die bittern
sprecht - die ihr die länder durchzogt 
sind dichtenden - irrenden Rittern :
Zensoren und Bettelvogt !

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